Prosdorf gibt der Jubelwehr das Ja-Wort

Drei Patenvereine stehen der FFW Waldmünchen im nächsten Jahr beim 150-jährigen Gründungsfest zur Seite. Knifflige Aufgaben sind vor der Zusage zu lösen.

Weithin sichtbar kündete eine Tafel vom erfolgreichen Patenbitten für das Gründungsfest der Stützpunktwehr.

Weithin sichtbar kündete eine Tafel vom erfolgreichen Patenbitten für das Gründungsfest der Stützpunktwehr.

Waldmünchen Mit einem Großaufgebot marschierte die FFW Waldmünchen am Samstag in Prosdorf auf, um ihre Bitte bezüglich des Patenamtes den drei anwesenden Vereinen anzutragen. Mit nicht weniger Leuten empfingen die Prosdorfer die Kameraden von der Stützpunktwehr.

Vorstand Wolfgang Kürzinger freute sich, dass auch Schirmherr Edi Deml, Ehrenschirmherr Markus Ackermann, Festmutter Doris Schmid und die frühere Fahnenmutter Irmtrud Oberhofer mitgekommen waren. Doch zunächst übernahm der Vorstand der Waldmünchner Wehr, Walter Urban, das Wort: „Denn ihr wisst es schon lange, ihr Jungen und ihr Alten, wir wollen nächst’s Joahr unser Gründungsfest halten! Als guade Feuerwehrleit seid’s uns bekannt, dafür sorg’n scho euer Vorstand und euer Kommandant“, sprach Urban, „euch zum Paten zu hab’n war für uns ein Gewinn, ihr habt’s an Humor und in euerm Verein steckt Power drin“.

Löscheinsatz für Vorstandschaft

Voller Hoffnung, dass das „Holzscheitlknien“ schon alles war, richteten sich die Blicke der Waldmünchner auf, doch was so eine Stützpunktfeuerwehr ist, die muss auch eine entsprechende Aufgabe lösen. Dieser Meinung waren jedenfalls die Prosdorfer Kameraden und ließen den Festausschuss antreten zur Wasserentnahme am Bach, Saugleitung legen, Tank befüllen und Brand löschen. Aber nicht mit einer modernen Ausrüstung, sondern mit einem Löschfahrzeug aus dem Jahr 1907.

Gelenkt durch den Vorstand und den Kommandanten der Prosdorfer, gezogen durch die Waldmünchner Kameraden schafften man es den Brandherd zu löschen, nachdem der ganze Festzug bis zum Anwesen Scheuerer hinauf gezogen war. „So wia des Sitt‘ und alter Brauch, g’hörn zu dem Fest Ehrenpatenvereine auch“, wandte sich Walter Urban dann an die beiden ebenfalls anwesenden Feuerwehren Spielberg und Pflugdorf/Stadl.

Als große Ehre bezeichneten die Spielberger Feuerwehrler die ihnen angetragene Bitte, doch allzu leicht wollten auch sie es den Waldmünchnern nicht machen. Ihre Zielgenauigkeit mussten zwei Mannschaften unter Beweis stellen und mit einer Kübelspritze eine brennende Kerze löschen, die auf dem Kopf eines Kameraden mit einem Helm befestigt wurde. Als auch diese Aufgabe erfüllt war, ertönte ein einstimmiges „Ja, wir wollen!“ von den Spielbergern.


Auf Holzscheiten kniend trugen die Waldmünchner ihre Bitte vor. Fotos: wet

Auf Holzscheiten kniend trugen die Waldmünchner ihre Bitte vor. Fotos: wet

Da mittlerweile die Dunkelheit hereingebrochen war, beschlossen die Feuerwehrler aus Pflugdorf/Stadl ihre Aufgabe in der „Festhalle“ zu stellen. Somit waren die Waldmünchner noch nicht erlöst, konnten sich aber zunächst beim Essen und trinken stärken. Das Anzapfen des Bierfasses oblag dem Schirmherrn Edi Deml und er schlug zweimal zu, dann saß der Zapfhahn und das erste Bier wurde unter Applaus gezapft. Dazu unterhielt die Musikkapelle „Volles Rohr Blech“ mit zünftiger Blasmusik und die Stimmung war bestens, als die letzte Aufgabe gestellt wurde.

„Kleidersammlung für Allgäuer“

Als arme Kommune im Allgäu brauchte die Pflugdorf-Stadler Feuerwehr Kleidung und so galt es innerhalb einer gewissen Zeit für die Vorstandschaft der Waldmünchner Tausend Punkte zu sammeln in Form von Mützen (5 Punkte), Schuhen (10 Punkte), Hosen (50 Punkte) und BH´s (75 Punkte). Ganz lässig am Anfang merkte man schon bald, dass es mit Schuhen und Mützen nicht reichte, unter lauten Anfeuerungsrufen schafften die Waldmünchner es auch sich einiger Hosen und BHs zu bemächtigen und auch diese Aufgabe zu erfüllen. Erleichterung machte sich breit und mit einem Schnapserl stießen alle vier Feuerwehren auf ein sicherlich tolles Jubelfest 2015 an.

„Wir wollen in Kameradschaft zusammen gehen und euch in den festlichen Tagen zur Seite stehen“, erklärte der Prosdorfer Vorstand Kürzinger und so war auch diese letzte Hürde auf dem Weg zum 150 jährigen Jubelfest geschafft. (wet)